

Wir beraten Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen. Beratung kann hilfreich sein, z.B. um auf neue Ideen zu kommen oder um sich eine neue Perspektive zu erarbeiten. Seit 10 Jahren arbeiten wir im Bereich psychosozialer Beratung klientenzentriert und lösungsorientiert. Wir beraten Einzelpersonen und auch Paare. Manche Beratungen sind mit einem Termin erledigt. Andere Situationen hingegen erfordern mehrere Termine.
Mit folgenden Themen kommen Menschen beispielsweise zu uns:
Wir beraten und vermitteln auch an weitere Stellen. Das Gespräch findet immer vertraulich und auf Wunsch auch anonym statt.
Ansprechperson
Christian Müller
Sozialarbeiter, B.A.
Telefon: +49 (355) 29065387
E-Mail:

Wir bieten Beratung zu HIV/Aids und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten an. Außerdem hast du die Möglichkeit, einen HIV-Test bei uns machen zu lassen. Wir können dich auch auf Syphilis und Hepatitis C testen. Unsere Berater:innen sind über die Deutsche AIDS-Hilfe ausgebildet und für Beratung und Testung qualifiziert. Wir sind Teil der queeren Community und arbeiten sensibel, achtsam und klientenorientiert. Die Beratung kann anonym durchgeführt werden. Wir werden dich nicht nach deinem Namen fragen. Du brauchst keine Unterlagen, also keinen Personalausweis oder Krankenversicherungskarte.
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Wenn du wissen willst, ob du dich mit dem HI-Virus (HIV) angesteckt hast. Denn mit einer frischen HIV-Infektion besteht ein hohes Risiko, das Virus weiterzugeben. Hattest du z.B. ungeschützten Sex mit einer Person, deren HIV-Status du aktuell nicht kennst, dann könnte ein HIV-Test Sinn machen. Nach einem möglichen Risikoverkehr, also z.B. ungeschützten Sex, kann der Test erst nach 12 Wochen eine HIV-Infektion zuverlässig ausschließen.
Wir nutzen einen HIV-Antikörper-Test. Nach einer kurzen Beratung wird eine kleine Menge Blut aus dem Finger (3-4 Tropfen) entnommen und in eine Testflüssigkeit gegeben. Wir nutzen einen Test, der das Ergebnis sehr schnell und auch zuverlässig anzeigt. Du musst also nicht lange warten.

Sollte der HIV-Test Antikörper im Blut gefunden haben, zeigt dieser das Testergebnis "HIV-Positiv" an. Der Test ist sehr sensibel und springt manchmal auch bei anderen Erkrankungen an, sodass das Testergebnis bestätigt werden muss, um ganz sicher zu sein. Der sogenannte Bestätigungstest wird mit Blut aus deiner Vene in einem Labor gemacht. Vorab wird also Blut entnommen und dann erfolgt der Labortest. Erst wenn diese Untersuchung das Testergebnis "HIV-Positiv" hervorbringt, liegt wirklich eine HIV-Infektion vor. Wir kooperieren mit einer umliegenden Arztpraxis, sodass wir dich gleich für einen Bestätigungstest zu den Kolleg:innen schicken können. Du musst also nicht lange suchen.
Eine HIV-Infektion ist heute gut behandelbar, allerdings noch nicht heilbar. Mittlerweile ist die Medizin so gut, dass eine gute HIV-Therapie dazu führen kann, dass du auch als HIV-Positiver nicht mehr ansteckend bist. Wir unterstützen dich gern bei allen aufkommenden Fragen. Wir sind für dich da - du bist nicht allein.
Der HIV-Test, Syphilis-Test und Hepatitis-C-Test kostet bei uns jeweils 5 Euro. Wenn du alle drei Tests machen möchtest, bist du also mit 15 Euro dabei. Du kannst bar oder mit Karte zahlen.

HIV ist ein Virus, das das menschliche Immunsystem angreift und schwächt. Daher auch der Namen Human Immundefizienz-Virus. HIV ist relativ schwer übertragbar. Im Alltag kann das Virus nicht übertragen werden. Eine Ansteckung ist nur möglich, wenn Viren in ausreichender Menge in den Körper gelangen. Das passiert vor allem beim Sex oder Drogenkonsum. Vor einer Übertragung kann man sich gut schützen.
HIV gehört zu den schwer übertragbaren Krankheitserregern. Im Alltag, in der Freizeit, bei der Arbeit oder beim Sport kann das Virus nicht übertragen werden.
Ein HIV-Risiko besteht nur, wenn Körperflüssigkeiten, die eine große Menge Viren enthalten, in den Körper gelangen:
Das Risiko einer HIV-Übertragung ist erhöht, wenn sich besonders viele Viren im Blut und den Körperflüssigkeiten befinden. Das ist zum Beispiel zwei bis vier Wochen nach einer frischen HIV-Infektion der Fall, weil sich das Virus dann besonders stark vermehrt. Die meisten Menschen wissen zu diesem Zeitpunkt noch nichts von ihrer Infektion, deshalb finden in dieser Phase die meisten HIV-Übertragungen statt.
Eine HIV-Therapie unterdrückt die Vermehrung der Viren im Körper so stark, dass HIV nach einiger Zeit im Blut nicht mehr nachweisbar ist. HIV kann dann selbst beim Sex nicht übertragen werden.
Im alltäglichen Zusammenleben ist eine HIV-Übertragung ausgeschlossen. Kein Übertragungsrisiko besteht also zum Beispiel:
Die HIV-Menge in Speichel, Schweiß, Tränenflüssigkeit, Urin oder Kot reicht für eine Ansteckung nicht aus. Außerdem ist intakte Haut eine sichere Barriere. Darüber hinaus bleibt HIV außerhalb des Körpers nicht lange ansteckungsfähig.
HIV-Risiko beim Vaginal- und Analverkehr
Am häufigsten wird HIV beim ungeschützten Anal- und Vaginalsex weitergegeben.
Sperma, Vaginalflüssigkeit (Scheidenflüssigkeit) und Menstruationsblut enthalten bei einer unbehandelten HIV-Infektion sehr viele Viren. Die Schleimhäute im Enddarm, am Gebärmutterhals und in der Vagina sind sehr empfindlich und können HIV leicht aufnehmen, ebenso die Innenseite der Vorhaut und die Harnröhre.
Da Vaginal- und Darmschleimhaut viele Viren enthalten können, gibt es beim Vaginal- und Analverkehr auch ein HIV-Risiko für die eindringende („aktive“) Person.
Bei einer unbehandelten HIV-Infektion erhöhen andere Geschlechtskrankheiten wie zum Beispiel Syphilis, Tripper oder Chlamydien das Risiko einer HIV-Übertragung: Durch entzündete Schleimhäute kann HIV leichter in den Körper eindringen oder hinausgelangen.
Bei einer behandelten HIV-Infektion erhöhen andere Geschlechtskrankheiten das HIV-Übertragungsrisiko nicht.
Beim Oralverkehr (Lutschen oder Lecken des Penis, der Vulva oder des Afters) gibt es praktisch kein HIV-Risiko, denn die Mundschleimhaut ist sehr stabil. Selbst wenn Sperma oder Menstruationsblut in den Mund gelangt, ist das Übertragungsrisiko sehr gering. Weltweit sind nur wenige Fälle beschrieben worden, in denen es durch Oralsex zu einer HIV-Infektion kam. Die Aufnahme des Lusttropfens stellt beim Oralverkehr kein Risiko dar. Auch sind keine Fälle bekannt, bei denen es durch die Aufnahme von Vaginalflüssigkeit beim Oralsex zu einer HIV-Übertragung kam.
HIV gehört zu den schwer übertragbaren Krankheitserregern. Für eine HIV-Übertragung beim Sex braucht es eine ausreichende Menge an Viren und eine geeignete Eintrittsstelle in den Körper.
Damit es überhaupt zu einer Übertragung kommen kann, muss man Sex mit einer HIV-infizierten Person haben, die nicht mit HIV-Medikamenten behandelt wird. Bei einem einzelnen ungeschützten sexuellen Kontakt ist das HIV-Risiko statistisch sehr gering. Es steigt mit der Häufigkeit der ungeschützten Kontakte.
Grundsätzlich gilt: Wenn man ein Risiko hatte oder sich unsicher ist, sollte man sich beraten lassen und gegebenenfalls einen HIV-Test machen.
Nach ungeschütztem Sex mit einer Person, die sehr wahrscheinlich HIV hat und nicht mit HIV-Medikamenten behandelt wird, kann eine Post-Expositions-Prophylaxe (PEP) eine HIV-Übertragung noch verhindern. Beginnen sollte man mit einer PEP idealerweise innerhalb von 2 Stunden, möglichst innerhalb von 24 und nicht später als 48 Stunden nach dem Risikokontakt.
Ein sehr hohes Risiko besteht beim gemeinsamen Benutzen von Spritzen und Nadeln beim Drogenkonsum. HIV kann so direkt in die Blutbahn gelangen. In feuchten Blutresten in der Spritze kann sich das Virus mehrere Tage lang halten.
Außerdem kann man sich beim gemeinsamen Gebrauch von Spritzbesteck und Zubehör sehr leicht mit Hepatitis infizieren. Einen sehr guten Schutz vor einer HIV-Infektion beim Drogenkonsum bietet Safer Use.
Eine HIV-Infektion durch eine herumliegende Nadel, zum Beispiel im Sandkasten, ist weltweit nicht bekannt geworden.
In der Regel handelt es sich in solchen Fällen um Injektionsnadeln mit kleinem Durchmesser, an denen nur eine geringe Menge Blut zurückbleibt. Die Blutreste trocknen außerdem an der Luft und werden – anders als beim Drogenkonsum – nicht wieder in eine Lösung gebracht. Eine HIV-Infektion ist in so einem Fall nicht möglich, eine Infektion mit Hepatitis B und Hepatitis C dagegen schon. Daher sollte man sich unbedingt ärztlich untersuchen lassen.
Eine Hepatitis B lässt sich durch eine Impfung und die Gabe von Immunglobulinen innerhalb von 48 Stunden noch verhindern. Eine Hepatitis C kann man gut mit Medikamenten behandeln und heilen.
Während der Schwangerschaft, bei der Geburt und beim Stillen kann eine HIV-Übertragung auf das Kind durch Medikamente und andere Maßnahmen verhindert werden. Deshalb wird in Deutschland allen Schwangeren ein HIV-Test angeboten.
Blut und Blutprodukte, zum Beispiel für Operationen, sind in Deutschland durch verschiedene Maßnahmen (vor allem Tests) sehr sicher.
Es gibt Symptome, die auf eine HIV-Infektion hindeuten können:
Schon nach kurzer Zeit legen sich diese Symptome wieder und es folgt eine längere symptomfreie Zeit. Doch genau in dieser Zeit schwächt das HI-Virus den Körper. Deswegen sprich unbedingt mit einem Arzt oder einer Ärztin solltest du Symptome haben.
Quelle: Deutsche Aidshilfe
HIV-Infektionen - Deutschland
| Jahr | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 |
| HIV-Infektionen | 2.475 | 2.265 | 3.3280 | 3.326 | 2.737 |
| nach Geschlecht | |||||
| davon männlich | 1.913 | 1.805 | 2.268 | 2.340 | 1.978 |
| davon weiblich | 560 | 459 | 1.006 | 983 | 759 |
| davon divers | 1 | 1 | |||
| davon unbekannt | 2 | 5 | 3 | ||
| nach Übertragungsweg | |||||
| HIV / Männer, die Sex mit Männern haben | 1.015 | 1.001 | 1.062 | 1.039 | 930 |
| HIV / i.v. Drogengebrauch | 176 | 125 | 290 | 272 | 200 |
| HIV / Berufliche Exposition | 1 | 1 | |||
| HIV / Heterosexuelle Kontakte | 537 | 449 | 1.067 | 1.041 | 822 |
| HIV / Prä-/perinatale Infektion (Mutter/Neugeborenes) | 11 | 11 | 61 | 39 | 19 |
| - nicht erhoben - | 735 | 678 | 800 | 935 | 766 |
HIV-Infektionen - Land Brandenburg
| Jahr | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 |
| HIV-Infektionen | 61 | 52 | 69 | 73 | 68 |
| nach Geschlecht | |||||
| davon männlich | 42 | 40 | 46 | 38 | 43 |
| davon weiblich | 19 | 12 | 23 | 35 | 25 |
| nach Übertragungsweg | |||||
| HIV / Männer, die Sex mit Männern haben | 20 | 18 | 19 | 13 | 12 |
| HIV / i.v. Drogengebrauch | 7 | 1 | 6 | 2 | 1 |
| HIV / Heterosexuelle Kontakte | 16 | 12 | 23 | 40 | 25 |
| HIV / Prä-/perinatale Infektion (Mutter/Neugeborenes) | 4 | 1 | |||
| - nicht erhoben - | 18 | 21 | 17 | 17 | 30 |
HIV-Infektionen - Sachsen
| Jahr | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 |
| HIV-Infektionen | 76 | 93 | 148 | 154 | 105 |
| nach Geschlecht | |||||
| davon männlich | 64 | 81 | 113 | 127 | 76 |
| davon weiblich | 12 | 12 | 35 | 27 | 29 |
| nach Übertragungsweg | |||||
| HIV / Männer, die Sex mit Männern haben | 40 | 58 | 59 | 70 | 43 |
| HIV / i.v. Drogengebrauch | 4 | 6 | 7 | 12 | 6 |
| HIV / Heterosexuelle Kontakte | 10 | 11 | 44 | 32 | 33 |
| HIV / Prä-/perinatale Infektion (Mutter/Neugeborenes) | 1 | ||||
| - nicht erhoben - | 22 | 18 | 37 | 40 | 23 |
HIV-Infektionen - Cottbus
| Jahr | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 |
| HIV-Infektionen | 2 | 4 | 6 | 3 | 2 |
| nach Geschlecht | |||||
| davon männlich | 2 | 2 | 4 | 2 | 2 |
| davon weiblich | 0 | 2 | 2 | 1 | 0 |
| nach Übertragungsweg | |||||
| HIV / Männer, die Sex mit Männern haben | 1 | 1 | 2 | 1 | |
| HIV / i.v. Drogengebrauch | 1 | ||||
| HIV / Heterosexuelle Kontakte | 1 | 2 | 1 | ||
| - nicht erhoben - | 1 | 2 | 1 | 1 | 2 |
| nach Alter | |||||
| A25..29 | 1 | ||||
| A30..34 | 1 | 2 | 3 | ||
| A35..39 | 1 | 1 | |||
| A40..44 | 2 | 2 | |||
| A45..49 | 1 | 1 | |||
| A55..59 | 1 | ||||
| A60..64 | 1 |
HIV-Infektionen - Potsdam
| Jahr | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 |
| HIV-Infektionen | 5 | 5 | 6 | 5 | 2 |
| nach Geschlecht | |||||
| davon männlich | 4 | 4 | 3 | 2 | 2 |
| davon weiblich | 1 | 1 | 3 | 3 | 0 |
| nach Übertragungsweg | |||||
| HIV / Männer, die Sex mit Männern haben | 1 | 1 | 3 | ||
| HIV / Heterosexuelle Kontakte | 3 | 2 | 3 | 3 | 1 |
| - nicht erhoben - | 1 | 2 | 2 | 1 |
HIV-Infektionen - Berlin
| Jahr | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 |
| HIV-Infektionen | 228 | 227 | 341 | 275 | 230 |
| nach Geschlecht | |||||
| davon männlich | 193 | 191 | 265 | 209 | 196 |
| davon weiblich | 35 | 35 | 74 | 66 | 34 |
| davon divers | 1 | ||||
| davon unbekannt | 2 | ||||
| nach Übertragungsweg | |||||
| HIV / Männer, die Sex mit Männern haben | 131 | 126 | 155 | 128 | 119 |
| HIV / i.v. Drogengebrauch | 18 | 9 | 40 | 22 | 21 |
| HIV / Heterosexuelle Kontakte | 29 | 36 | 76 | 63 | 37 |
| HIV / Prä-/perinatale Infektion (Mutter/Neugeborenes) | 1 | 10 | 3 | 1 | |
| - nicht erhoben - | 49 | 56 | 60 | 59 | 52 |

Chlamydien finden sich in den Schleimhäuten von Harnröhre, Gebärmutterhals, Enddarm, Rachen und Vagina, außerdem in Vaginalflüssigkeit (Scheidenflüssigkeit) und Sperma, in geringerer Konzentration auch im Urin und im „Lusttropfen“.
Eine Ansteckung ist bei allen sexuellen Praktiken möglich, bei denen es zu direktem Kontakt mit infektiösen Schleimhäuten oder Körperflüssigkeiten kommt. Der häufigste Übertragungsweg ist ungeschützter Vaginal- und Analverkehr.
Bei Übertragung durch Oralverkehr können Chlamydien auch den Rachen besiedeln, lösen dort allerdings keine Erkrankung aus und verschwinden in der Regel nach einigen Wochen wieder.
Auch über die Hände oder Sexspielzeug finden Chlamydien manchmal ihren Weg.
Bei der Geburt können Chlamydien auf das Neugeborene übertragen werden.
Kondome und Femidome können eine Infektion mit Chlamydien nicht sicher verhindern, reduzieren das Risiko aber erheblich.
Für Menschen mit häufig wechselnden Sexpartner:innen können regelmäßige Tests auf Chlamydien sinnvoll sein, um eine Infektion früh zu erkennen und nicht weiterzugeben. Ob ein Test ratsam ist, kann man im Einzelfall auch mit einer Ärztin / einem Arzt oder in einer Beratungsstelle abklären.
Häufig verursachen Chlamydien keinerlei Beschwerden. Treten Symptome auf, kommt es bei Infektionen an der Harnröhre oder den Geschlechtsorganen nach ein bis drei Wochen zu Ausfluss aus der Harnröhre, der Vagina und/oder zu Jucken, Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen.
Eine unbehandelte Infektion mit Chlamydien kann im Körper aufsteigen:
Chlamydien-Infektionen des Enddarms verlaufen ebenfalls in den meisten Fällen symptomlos oder symptomarm. Die Infektionen können aber auch zu schleimig-eitrigem Ausfluss, Schmerzen, Juckreiz, durchfallähnlichen Beschwerden oder einem entzündlichen Ausschlag führen.
Chlamydien können durch einen Abstrich oder einen Urintest festgestellt werden.
Tests können zum Beispiel bei Ärzt:innen für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Gynäkologie und Urologie durchgeführt werden. Bei Symptomen oder konkretem Verdacht auf Chlamydien (z. B. nach Hinweis von Sexualpartner:innen) können die Kosten über die Krankenkasse abgerechnet werden.
Daneben bieten auch viele Aidshilfen, Gesundheitsämter und Testprojekte wie Checkpoints Tests auf Chlamydien an. Die Angebote umfassen eine Testberatung und können anonym in Anspruch genommen werden.
Das Projekt S.A.M – Mein Heimtest ermöglicht neben regelmäßigen Selbsttests auf HIV auch Selbsttests auf Syphilis, Tripper (Gonorrhö) und Chlamydien.
Sexuell aktive Frauen können sich bis zum vollendeten 25. Lebensjahr einmal jährlich in einer gynäkologischen Praxis per Urintest auf Chlamydien untersuchen lassen; die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.

Die Syphilis bringt sehr verschiedene Beschwerden und Verläufe hervor. Deswegen wird sie oft übersehen oder mit anderen Krankheiten verwechselt.
Zu Beginn entsteht oft ein kleines Geschwür an der Stelle, wo der Erreger in den Körper eingedrungen ist, zum Beispiel am Penis, in der Scheide, im Analbereich oder am Mund. Hinzu kommen Schwellungen der Lymphknoten. Diese Symptome klingen meist von selber wieder ab. Nach etwa zwei Monaten kann es zu Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen kommen. Häufig bilden sich Hautausschläge und Belag auf der Zunge. Auch diese Krankheitszeichen klingen von alleine wieder ab. Meist macht sich die Syphilis danach nicht mehr bemerkbar.
Kommt es stattdessen nach Jahren zur dritten Phase der Krankheit, treten überall am Körper Geschwüre auf. Auch die Organe und das Nervensystem können geschädigt werden – bis hin zu Taubheit, Blindheit und geistigem Verfall. Dank guter Behandlungsmöglichkeiten kommt es dazu aber heute so gut wie gar nicht mehr.
Die Syphilis ist leicht übertragbar. Die Erreger befinden sich überall, wo sich Haut oder Schleimhaut durch die Krankheit verändern und Flüssigkeit absondern, außerdem im Blut.
Über kleinste Verletzungen in der Haut oder Schleimhaut (zum Beispiel im Mund, im Analbereich, am Penis oder in der Scheide) können die Bakterien in den Körper eines anderen Menschen eindringen. Meistens passiert das beim ungeschützten Vaginal- oder Analverkehr. Aber auch beim Oralverkehr kann die Syphilis übertragen werden. Besonders leicht ist eine Übertragung von gemeinsam benutzten Spritzen beim Drogenkonsum.
Schwangere Frauen können die Bakterien an ihr ungeborenes Kind weitergeben.
Auch Menschen, die keine Symptome spüren, können andere anstecken.
Das Risiko einer Syphilis kann man beim Sex nicht vollständig ausschließen, durch Kondome aber senken. Den Kontakt mit nässenden Hautstellen des Partners sollte man meiden. Kommen Sexspielzeuge zum Einsatz, sollte man für jeden Partner und jede Partnerin ein neues Kondom darüber ziehen und danach gründlich reinigen.
Besonders wichtig: Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern sollten sich einmal im Jahr auf Syphilis testen lassen, um die Krankheit gegebenenfalls rechtzeitig behandeln zu können und sie nicht weiterzugeben.
Bei Verdacht auf Syphilis wird ein Bluttest durchgeführt.
Syphilisinfektionen werden von der Praxis beziehungsweise dem Labor, in der sie festgestellt werden, an das Robert-Koch-Institut gemeldet, das die Verbreitung von Infektionskrankheiten in Deutschland überwacht. Der Name des Patienten wird dabei aber nicht genannt.
Die Syphilis wird mit Antibiotika behandelt, meistens mit Penizillin. Die Medikamente werden in einen Muskel gespritzt oder – bei schweren Verläufen – per Infusion in eine Ader gegeben. Wird die Krankheit in den ersten beiden Stadien behandelt, dauert die Therapie zwei bis drei Wochen. Auch in späteren Krankheitsphasen ist eine Behandlung noch möglich, allerdings dauert die Therapie dann meistens länger.
Menschen mit einer Syphilis sollten auf Sex verzichten, bis die Therapie beendet ist. Soweit möglich, sollten sie ihre Sexpartner:innen informieren, dass sie sich infiziert haben könnten. Auch die sollten sich unbedingt auf Syphilis untersuchen lassen.
Bei Menschen mit HIV schreitet die Krankheit oft schneller voran. Bei ihnen bricht die Krankheit auch häufiger wieder aus, obwohl sie Medikamente dagegen erhalten haben.
Quelle: Deutsche Aidshilfe

Ein Tripper ist sehr leicht übertragbar, und zwar nicht nur beim Vaginal- oder Analverkehr, sondern zum Beispiel auch beim Oralverkehr („Blasen“, „Lecken“), beim oral-analen Sex und anderen Kontakten mit dem Anus, über Finger und Hände (beim gegenseitigen Masturbieren) oder über Sexspielzeug.
Bei der Geburt können die Bakterien auf das Neugeborene übertragen werden.
Außerhalb der menschlichen Schleimhaut sind die Gonokokken nicht lange überlebensfähig. Eine Ansteckung über den Toilettensitz ist daher nicht möglich, eine Ansteckung über feuchte Handtücher extrem unwahrscheinlich.
Kondome und Femidome beim Vaginal- und Analverkehr vermindern das Risiko einer Übertragung erheblich. Bei der gemeinsamen Benutzung von Sexspielzeug schützen ebenfalls Kondome. Für jede:n Partner:in und jede neue Körperöffnung ein neues Kondom/Femidom verwenden oder das Sexspielzeug gründlich mit Wasser und Seife reinigen!
Für Menschen mit häufig wechselnden Sexpartner:innen können regelmäßige Tests auf Gonokokken sinnvoll sein, um eine Infektion früh zu erkennen, zu behandeln und nicht weiterzugeben. Ob ein Test ratsam ist, kann man im Einzelfall auch mit Ärzt:innen, in einem Checkpoint oder in einer anderen Beratungsstelle abklären.
Die Schleimhautbesiedlung durch Gonokokken führt zu Entzündungen mit Jucken und Brennen sowie unterschiedlich starker Bildung von Eiter.
Tripper an den Geschlechtsorganen oder der Harnröhre
Penis, Prostata, Samenleiter, (Neben-)Hoden
Beim Befall der Harnröhre des Penis tritt meistens
Ausfluss auf.
Typischerweise kommt es nach drei Tagen zu erheblichen Beschwerden.
Der Tripper kann zwar von alleine abheilen, aber auch chronisch werden. Die Erreger können dann weiterhin auf andere übertragen werden und sich im Körper ausbreiten.
Wenn nicht behandelt wird: Nach Abklingen der akuten Symptome bleibt bei chronischem Verlauf vom Ausfluss aus der Harnröhre des Penis ein morgendliches Tröpfchen zurück, der sogenannte Bonjour-Tropfen.
Die Bakterien können auch über die Harnröhre in die Prostata gelangen und dort zu einer Entzündung führen. Zeichen sind dumpfe Schmerzen am Damm und in der Blasengegend, häufiger Harndrang, manchmal schmerzhafter Stuhlgang und Fieber.
Wandern die Erreger weiter in die Samenleiter, können narbige Verklebungen und Zeugungsunfähigkeit die Folgen sein. Die Entzündung eines Nebenhodens führt zu einer massiven und schmerzhaften Schwellung des Hodensacks.
In etwa 50 Prozent der Fälle treten hier keine Symptome auf. Wenn es Beschwerden gibt, sind es meist Schmerzen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang aufgrund einer Entzündung der Harnblase und (mitunter übel riechender) Ausfluss, manchmal auch Schmierblutungen.
Wenn nicht behandelt wird: Über Gebärmutterhals und Gebärmutter können Gonokokken in die Eileiter gelangen und dort zu narbigen Verklebungen und letztlich zu Unfruchtbarkeit führen.
Auch eine weitere Ausbreitung der Infektion in die Bauchhöhle ist möglich. Manchmal kommt es zu schmerzhaften Entzündungen der sogenannten Bartholinschen Drüsen, die sich an der Innenseite der kleinen Vulvalippen („Schamlippen“) befinden.
Wichtig: Auch wenn die Beschwerden wieder zurückgehen, kann ein unbehandelter Tripper sich weiter im Körper ausbreiten und Folgen bis hin zu Unfruchtbarkeit verursachen. Außerdem können die Erreger weitergegeben werden.
Ein Tripper im Enddarm wird meist nicht erkannt, denn häufig verläuft er symptomlos. Treten Symptome auf, stehen Jucken und Brennen im Vordergrund; eventuell sind schleimig-eitrige Beimengungen im Stuhl zu beobachten. Möglich sind auch Schmerzen beim Analverkehr.
Ein Tripper im Rachenraum kann sich durch Krankheitszeichen wie bei Halsschmerzen äußern, dann verwechselt man ihn leicht mit einer Erkältung. In der Regel verschwinden die Erreger von selbst wieder.
Die Augen sind selten betroffen, meist nach „Verschleppung“ der Erreger von den Genitalien oder dem Analbereich. Es kommt dann zu einer Rötung der Bindehaut und einer Schwellung der Lider mit Eiterbildung. Ohne Behandlung kann man erblinden.
Gonokokken können unter der Geburt auf die Augenbindehaut des Kindes übertragen werden.
Gonokokken können durch einen Abstrich oder einen Urintest festgestellt werden.
Tests können zum Beispiel bei Ärzt:innen für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Gynäkologie und Urologie durchgeführt werden. Bei Symptomen oder konkretem Verdacht auf einen Tripper (z. B. nach Hinweis von Sexualpartner:innen) können die Kosten über die Krankenkasse abgerechnet werden.
Daneben bieten auch viele Aidshilfen, Gesundheitsämter und Testprojekte wie Checkpoints Tests auf Gonokokken an. Die Angebote umfassen eine Testberatung und können anonym in Anspruch genommen werden.
Das Projekt S.A.M – Mein Heimtest ermöglicht neben regelmäßigen Selbsttests auf HIV auch Selbsttests auf Tripper, Chlamydien und Syphilis.
Ein Tripper kann mit Antibiotika gut behandelt werden. Wichtig ist wie bei allen Antibiotikabehandlungen, die Medikamente nach Vorschrift zu nehmen und nicht selbst abzusetzen, sonst können die Erreger resistent (unempfindlich gegen die Medikamente) werden.
Wegen des hohen Ansteckungsrisikos sollte auf Sex verzichtet werden, bis die Therapie abgeschlossen ist. Sexpartner:innen sollten sich untersuchen und gegebenenfalls auch behandeln lassen, damit man nicht andere oder sich immer wieder gegenseitig ansteckt.
Bei einem Tripper besteht ohne Schutzmaßnahmen gegen HIV (Kondome/Femidome, PrEP und Schutz durch Therapie) ein höheres Risiko, sich mit HIV zu infizieren, vor allem wenn man eine Gonorrhö im Enddarm hat und aufnehmenden Analverkehr praktiziert. HIV findet durch Entzündungen besonders leicht den Weg in den Körper.
Bei Menschen mit unbehandelter HIV-Infektion, die eine durch Gonokokken hervorgerufene Entzündung des Gebärmutterhalses, des Enddarms oder der Harnröhre haben, ist das Risiko einer HIV-Übertragung auf andere erhöht, weil entzündete Schleimhaut und Entzündungssekrete besonders viele Viren enthalten.
Eine unbehandelte Gonorrhö kann zu Unfruchtbarkeit oder Eileiterschwangerschaften führen.
Bei der Geburt können die Bakterien aus der Harnröhre oder dem Gebärmutterhals auf das Baby übertragen werden. Die Bakterien besiedeln dann meist die Augenbindehaut des Neugeborenen. Dort können sie eine schwere Entzündung (Blennorrhoe) hervorrufen, die unbehandelt zur Erblindung führen kann. Wichtig ist, eine solche Infektion beim Baby zu erkennen und zu behandeln.
Eine Maßnahme zum Schutz des Neugeborenen ist die Untersuchung der schwangeren Person auf Gonokokken und gegebenenfalls eine Behandlung.
Quelle: Deutsche Aidshilfe
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